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Camping in Norwegen im Winter mit Hund: Meine Ausrüstungstipps

Nadine Regel
Nadine Regel

Unsere Norwegen-Reise im Winter im Camper mit Hund war ein voller Erfolg. Ralfi und ich waren von Februar bis Mai mit dem Campervan in Nordnorwegen unterwegs und haben vom stürmischen Westen bis hin zum arktischen Osten an der russischen Grenze unglaublich viel erlebt. Welche Ausrüstung für unser Wintercamping-Abenteuer mit Hund entscheidend war? Ein Überblick.

Wintercamping in Norwegen: die wichtigste Ausrüstung für Mensch und Hund

Das erste Mal Nordnorwegen im Winter mit Campervan und Hund: Ich hatte keine Ahnung, was ich alles mitnehmen sollte. Im Netz habe ich dazu auch nicht viel gefunden, sodass ich vorab viele Stunden in die Ausrüstungs-Recherche gesteckt habe. Welche Produkte sich schlussendlich für unser Winterabenteuer in Norwegen bewährt haben und wie sie uns durch den arktischen Winter gebracht haben, erfährst du in diesem Artikel.

 

1. Wintercamping Norwegen: Daunenmantel Patagonia Women’s Jackson Glacier Parka

Ich wollte einen Mantel, der mich zuverlässig einhüllt und wärmt, weil ich mit arktischen Temperaturen in Nordnorwegen im Winter rechnen musste. Der Jackson Glacier Parka von Patagonia hat meine Erwartungen erfüllt, auch bei stundenlangen Aufenthalten draußen, beim Winterspaziergang, und Recherchen beim Hundeschlittenrennen oder auf Fischer- und Whalewatchingbooten mit Wind.

Besonders angenehm ist der Zwei-Wege-Reißverschluss, weil man so trotz der Länge (bis knapp oberhalb der Knie) eine gute Bewegungsfreiheit erhält. Schön sind auch die geräumigen Taschen, die innen etwas aufgeraut sind und kalte Hände wärmen. Hervorheben möchte ich auch das wirklich sehr robuste Außenmaterial. Ich war auf dem Fischerboot in einem Lofoten-Fjord unterwegs, und hatte den hellen Mantel an. Auf dem Boot ging es schon etwas ruppig zu, Blut und Fischreste sind da durch die Gegend gespritzt. Meinem Mantel konnte der Dreck nichts anhaben.

 

2. Wintercamping Norwegen: Winterstiefel Baffin Women‘s Canada Winter Boots

Meine Ansprüche an meine perfekten Winterstiefel für Nordnorwegen im Winter waren hoch. Warm sollten sie halten, absolut wasserdicht sein und dann auch noch bequem für längere Spaziergänge. Der Baffin Canada hat alles erfüllt und hält zudem auch das nasse Tauwetter aus und übersteht regenreiche Tage. Wichtig ist die Schuh-Socken-Kombination, denn Feuchtigkeit im Schuh läuft dem Isolierungsgedanken entgegen.

Ich empfehle Socken mit hohem Merinoanteil, siehe Punkt 4. Die Isolierung übernimmt im Schuh eine ausgeklügelte Kombination aus verschiedenen Schichten wie einer Aluminium-Membran, die Energie reflektiert und Wärme reguliert. Für richtige Wanderungen mit Höhenmetern eignen sind die Stiefel meiner Meinung nach nicht, weil sie hierfür zu wenig Stabilität bieten. Für ausgiebige Spaziergänge im winterlichen Norwegen mit tiefem Schnee oder Pfützen eignen sie sich hingegen hervorragend.

 

3. Wintercamping Norwegen: Lange Unterwäsche von Devold Expedition Merino 235 Shirt + Longs

Ich bin eine große Freundin von Merino, insbesondere in der arktischen Kälte in Nordnorwegen im Winter. Meine Erfahrung sagt mir: Wenn ich bei der unterersten Schicht etwas anderes als Merino trage, ist es egal, wie viele Schichten ich darüber trage: Mir wird kalt. Die Expeditionsserie von Devold mit Shirt und Long ist zweischichtig und für extremere Bedingungen gemacht.

Die innere Schicht besteht aus 100 Prozent Merinowolle, die Außenschicht aus 90 Prozent mit Aquaduct (soll besseren Feuchtigkeitstransport gewährleisten) behandelter Merinowolle und zehn Prozent Polyamid für eine größere Strapazierfähigkeit. Außen hat die Wolle eine Feinheit von 20,5 Mikron, innen ist sie mit 18,7 Mikron nochmal feiner. Tipps zum Waschen: Schonprogramm, 40 Grad, Wollwaschmittel, auch geeignet für den Wäschetrockner.

 

4. Wintercamping Norwegen: Wintersocken von Darn Tough Women’s Nomad Boot Midweight Hiking Socks

Die Darn Tough Nomad Boot Midweight Hiking Socks sind meine neuen Lieblingssocken, nicht nur für den nordnorwegischen Winter: In Kombination mit meinen Winterstiefeln fühle ich mich auch bei zweistelligen Minusgraden oder nassfeuchtem Wetter sehr wohl. Aber auch in meinen etwas engeren Wanderschuhen machen die Socken eine gute Figur. Ich habe keine Blasen bekommen, obwohl meine Füße dafür sehr anfällig sind.

Durch den recht hohen Merinoanteil überzeugen die Socken mit den Eigenschaften der Wolle: Sie trocknen schnell, wärmen auch in nassem Zustand und sind geruchsneutral. Zudem haben die Socken eine Frottee-Polsterung an Zehen und Fersen für eine angenehme Federung und mehr Komfort. Also eine große Empfehlung für den Winter in Norwegen!

 

5. Wintercamping Norwegen: Winterwanderhose Aenergy IN Hybrid Pants von Mammut

Diese Hose hat mich schon direkt beim ersten Mal anprobieren überzeugt. Sie ist sehr leicht und hat eine tolle, körpernahe Passform. Man spürt kaum, dass man eine Hose trägt, was wohl auch daran liegt, dass sie vor äußeren Einflüssen wie Wind und Kälte schützt. Entwickelt für Skitouren an kalten Tagen, eignet sich die Mammut Aenergy genauso gut auch für Winterwanderungen in Nordnorwegen.

Hier benötigt man in der Kombination aber Gamaschen, weil die Hose keine Schuhhaken hat. Die Hose ist im oberen Teil angenehm gepolstert, um empfindliche Stellen zu schützen und warm zu halten. Am Saum ermöglichen es seitliche Reißverschlüsse, die Hose zu öffnen, um sie über die Skistiefel zu stülpen. Bei schweißtreibenden Aufstiegen reguliert man mit Zwei-Wege-Reißverschlüssen an den Außenseiten der Oberschenkel.

 

6. Wintercamping Norwegen mit Hund: Grödeln Snow Spikes Easy II von LACD

Ohne sie geht dann nichts: Grödeln oder auch Spikes genannt, die man sich unter die Füße schnallt. Der damit erzeugte Grip durch die Metallzacken hat mich schon einige Male gerettet. Ich nutze die LACD Snow Spikes Easy II. Bei eisigen Bedingungen haben sie mir gute Dienste geleistet.

Da das An- und Ablegen der Grödeln recht umständlich ist (man muss den sehr festen Gummi auseinanderziehen, um die Grödeln um den Schuh zu spannen), hatte ich bei entsprechender Witterung immer ein Paar Eisschuhe, an denen ich die Spikes einfach drangelassen habe.

 

7. Wintercamping Norwegen: Schneeketten von König XG-12 Pro 230

Norwegen im Winter, wie werden da wohl die Straßenverhältnisse sein? Lange habe ich dazu recherchiert und mir viele Gedanken gemacht. Brauche ich einen Allradantrieb? Benötige ich Spikes? Welche Schneeketten passen auf die Reifen meines VW T6? Nach mehr als 8000 Kilometern in Schnee und Eis kann ich nun sagen: Das wichtigste sind sehr gute Winterreifen und eine vorausschauende Fahrweise. Meine König-Schneeketten hatte ich dabei, musste sie aber nicht einsetzen. Beim Probeanlegen hatte ich keine Probleme. Toll ist, dass man sie nur einmal anlegen muss und sie sich dann von alleine spannen und zentrieren.

 

8. Wintercamping Norwegen: Isolierung und Batterien

Ich habe mich gegen Spikes entschieden, weil ich gut ohne zurechtgekommen bin. Viele Norweger haben aber Bereifung mit Spikes, was grundsätzlich auch sicherer ist, vor allem, wenn man auch mal schneller und spritziger unterwegs sein will. Aber ich hatte ja keine Eile und bin mit meinen Winterreifen gut gefahren.

Was fürs Wintercamping noch essenziell ist: eine Rundum-Isolierung des Innenraumes, eine zuverlässige Standheizung, genügend Batteriekapazität (ich habe zwei 100er AGM-Batterien verbaut) und Rallye-Strahler. Letzteres hat sich sehr gut ausgezahlt, weil ich auch nach Einsetzen der Dunkelheit fahren wollte und die Sichtverhältnisse dann sehr bescheiden waren. Es war sehr beruhigend, meine komplette Umgebung ausleuchten zu können, weil auch gerne mal Elche oder Rentiere bei Dunkelheit am Straßenrand oder auf der Straße stehen.

9. Wintercamping Norwegen: Weitere Ausrüstung für den Van

  • Zusatzbatterien
  • Isolierung
  • Bereifung/Spikes?
  • Licht
  • Standheizung
  • Thermomatten Fenster
  • Winterfestes Öl
  • Frostschutzmittel
  • Silikon für die Gummis
  • Scheibenkratzer
  • Schneeketten
  • Abschleppseil
  • Starthilfegerät

10. Wintercamping Norwegen: Hundemantel für den Winter Glacier Jacket 2.0 von Non-stop dog wear

Um ihn auch bei schwierigeren Bedingungen mit gutem Gewissen mit nach draußen nehmen zu können, ziehe ich ihm Mäntelchen an. Wenn es sehr kalt ist, trägt er das hier vorgestellte Glacier Jacket 2.0, das ihn zuverlässig warm hält und auch vor Wind schützt. Regnet es nur, schützt ihn der Fjord Raincoat vor Ralfis größtem Feind: Wasser. Toll finde ich bei beiden Mänteln den hohen Kragen und den Rückenabschluss. Das sind sonst Stellen, an denen Ralfi entweder friert oder nass wird oder beides.

Was sich sehr bewährt hat, sind die Hundeschühchen. Bei sehr niedrigen Temperaturen war der Schnee wunderbar pulvrig, die kleinen Kristalle haben aber in seine Ballen gestochen, was für ihn sehr unangenehm war. Bei längeren (Ski-)Touren musste er daher immer Booties zum Schutz tragen (Protector Booties). Die sollte man auch so auf längeren Touren dabeihaben, weil man sie zum Beispiel bei einer Verletzung am Fuß schützend überstülpen kann. Präventiv habe ich Ralfis Pfoten außerdem regelmäßig mit Vaseline eingeschmiert, damit die Pfoten geschmeidiger wurden.

Dieser Artikel ist in einer ausführlichen Variante auch auf der Online-Seite des Outdoor-Magazins erschienen. Lest gern mal rein.